Risikoinventar

Risiken und Unterstützungsbedarf früh erkennen

In Deutschland gibt es über 80 Untersuchungsbögen zur Risikodiagnostik von Kindeswohlgefährdung, die von Medizin, Jugendhilfe und Gesundheitsämtern entwickelt und genutzt werden. Nur wenige davon machen ein Monitoring von Risikokonstellationen unterhalb der Schwelle der Kindeswohlgefährdung möglich, die es erlaubt rechtzeitig Unterstützung bieten zu können.

Eine Voraussetzung für die engere Zusammenarbeit von Gesundheitswesen und Jugendhilfe ist ein einheitlicher Untersuchungsbogen, der Risikokonstellationen und Belastungen zur Früherkennung von Kindeswohlgefährdungen und frühen gesundheitlichen und psychoemotionalen Störungen erfassen und auch auf schwache Signale eingehen kann.

Die Stiftung Deutsches Forum Kinderzukunft hat daher zusammen mit einem Expertengremium, bestehend aus hochrangigen Vertretern von Kliniken, Verbänden, Ämtern, Hochschulen und Kinderschutzorganisationen, einen einheitlichen „Untersuchungsbogen“ (Screeningbogen) entwickelt. In die Erarbeitung des Bogens flossen Erkenntnisse aus bestehenden nationalen und internationalen Screeningbögen sowie praktische Erfahrungen ein.

Der Untersuchungsbogen wurde in den Jahren 2010-2012 im Modellprojekt KinderZUKUNFT NRW erprobt und hat sich bewährt. Mehr als 3000 Mütter haben in diesem Zeitraum an dem Programm teilgenommen.

Der Einsatz des Instrumentariums zur Risikodiagnostik ist geeignet für Klinikpersonal (Hebammen, Frauenärzte, Kinderkrankenschwestern, Kinder- und Jugendärzte), für ambulant Tätige (Hebammen, Kinder- und Jugendärzte, Frauenärzte, Vertreter der Jugendhilfe) und Vertreter der Gesundheitsämter.

Die Veröffentlichung des praxisnahen Instrumentariums mit standardisiertem Untersuchungsbogens und dem dazugehörenden Manual ist für 2014 vorgesehen.

Interessierte wenden sich bitte an:
Dr. Wilfried Kratzsch, info@forum-kinderzukunft.de

Publikation: Kratzsch/Rascher/Wegge/Soditt (2012) das Multicenterprojekt KinderZUKUNFT NRW. Interdisziplinäre Fachzeitschrift, Jahrgang 15, Heft 1, 2012 S. 44-58

Weiterführende Informationen: (www.risikoinventar-praevention.de)