Pressemeldung: Stiftung Deutsches Forum Kinderzukunft wird 5 Jahre alt

Pressemeldung: Stiftung Deutsches Forum Kinderzukunft wird 5 Jahre alt

Die Stiftung Deutsches Forum Kinderzukunft wurde 2009 in Düsseldorf gegründet und feiert in diesem Monat ihren 5. Geburtstag. Sie ist ein einmaliges Bündnis von ehrenamtlich tätigen Experten aus Gesundheitswesen und Jugendhilfe (Kinder- und Frauenärzte, Hebammen, Kinderkranken-schwestern und Jugendhilfevertretern). Ihr Ziel ist es, den präventiven Kinderschutz und die Gesundheitssituation psychosozial benachteiligter Kinder in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Dabei soll die Zusammenarbeit der bisher oft nebeneinander tätigen Akteure des Gesundheitswesens und der Jugendhilfe enger vernetzt werden.
Die Stiftung hat, basierend auf den Erfahrungen des mit dem  deutschen Präventionspreis ausge- zeichneten Düsseldorfer Projektes „Zukunft für Kinder in Düsseldorf“,  2010  in Kooperation mit dem IMO-Institut, Hilden, das Präventionsprojekt KinderZUKUNFT NRW initiiert und weiter entwickelt. Bis heute sind in das Vorhaben anfänglich durch Landesmittel, aus Spenden der Stiftung, neuerdings aus Mittel der Bundesinitiative Frühe Hilfen mehr als EUR 400.000 geflossen. Das Modell  konnte bis jetzt auf 12 Geburtskliniken mit 21 dazugehörenden Kommunen in NRW übertragen werden.

Das Präventionsmodell beginnt in der Geburtsklinik. Hier besucht eine als Koordinatorin tätige Kinderkrankenschwester oder Hebamme alle Mütter und erkennt unter ihnen solche, denen es gesundheitlich nicht gut geht oder die familiär überlastet sind. Das sind Mütter, die in der Betreuung ihrer Kleinkinder und Babys überfordert sind, insbesondere wenn sie alleinerziehend und finanziell schlecht gestellt sind und keine familiäre Unterstützung haben. Darunter sind aber auch Eltern, die psychisch krank, drogen- oder alkoholabhängig sind, oder Mütter, die Gewalt erlebt haben. –
Die Koordinatorin vermittelt den Familien Hebammen und Kinderkrankenschwestern, die sie zu Hause aufsuchen und beraten. Sie kontaktiert Kinder- und Frauenärzte, Schwangerenberatungs-stellen und Jugendhilfe, die  zusätzliche Unterstützung und Beratung anbieten.
Diese familiären Hilfen von Geburt an und eine frühe Förderung der betroffenen Kinder haben in zahlreichen Fällen zu einer wesentlichen Verbesserung der Lebenssituation der betroffenen Familien sowie der Gesundheitssituation ihrer Kinder geführt. Ein wichtiges Merkmal des Präventionsmodells ist, dass Gesundheitswesen und Jugendhilfe  seit Projektbeginn zunehmend eng zusammenarbeiten.

2012 wurden ca. 145.000 Kinder in 180 Geburtskliniken in NRW geboren. Von diesen sind 5 bis 10 Prozent  gefährdet, bis zum Alter von 6 Jahren Gewalt zu erleiden. Jedes Jahr kommt eine ent-sprechende Zahl Neugeborener dazu. Diesen Familien sollen die zuvor benannten frühen Hilfsangebote, beginnend in der Geburtshilfe, zugutekommen.

Ziel der Stiftung Deutsches Forum Kinderzukunft ist es, das Modell flächendeckend auf alle Geburtskliniken in Nordrhein-Westfalen auszudehnen und zukünftig verstärkt kinderärztliche und frauenärztliche Praxen mit einzubeziehen.

Zur Ausweitung des  Erfolgsmodells ist eine gesicherte Finanzierung der Koordinatorinnen (Hebammen oder Kinderkrankenschwester) in den Geburtskliniken nötig. Sie beträgt für jedes Neugeborene ca. 40 €. Um das umzusetzen, sind Politik und Krankenkassen gefordert.

Dr. Wilfried Kratzsch, leitender Oberarzt i.R. des Kinderneurologischen Zentrums der Sana Kliniken, Vorstandsvorsitzender, Stiftung Deutsches Forum Kinderzukunft, c/o Sana Kliniken Düsseldorf, Gräulingerstr.120 40625 Düsseldorf, Mobil: 0177/4141412; Mail: w.kratzsch@gmx.de